Matthias Gärtner
Chirurgie - Gefäßchirurgie
Dr. med Sabine Wübbeke
Chirurgie - Gefäßchirurgie
endovaskuläre Chirurgin

Häufige Fragen

Man unterscheidet zwischen Schlagadern ( Arterien ) und den Venen.
Das Herz pumpt das in der Lunge mit Sauerstoff angereicherte Blut in die Arterien und diese leiten unter der Pulsation des Herzschlages das Blut überall hin, wo es benötigt wird.
Das verbrauchte sauerstoffarme Blut wird aus jeder Körperregion über die Venen zurück zur Lunge transportiert, um es dort wieder mit Sauerstoff anzureichern. Die gewonnen Nährstoffe aus dem Darmtrakt werden zuvor zugeführt.
Die Schlagadern gehören zum sogenannten Hochdrucksystem und die Venen zum Niederdrucksystem. Aufgrund des niedrigeren Drucks in den Venen ist dort die Fließgeschwindigkeit auch geringer. Um ein „ Versacken „ des Blutes zu verhindern besitzen die Venen Venenklappen. Man unterscheidet das tiefe und das oberflächige Venensystem.

Eine Krampfader ( Varize ) ist eine geschlängelte, erweiterte und in der Funktion gestörte oberflächige Vene. Der Begriff Krampfader leitet sich von dem mittelhochdeutschen Wort „ Krumbader „ ab und hat mit Krämpfen nichts zu tun.
Ein Krampfaderleiden ( Varikosis ) entsteht durch einen gestörten Rückfluss des Blutes in den tiefen oder auch in den oberflächigen Venen. Meist liegt eine Schwäche der Venenwand zu Grunde und damit ein unvollständiger Schluss der Venenklappen. Mitverursacher ist die angeborene bzw. vererbte Bindegewebsschwäche. Gefördert wird diese Erkrankung durch langes Stehen, Schwangerschaften, Bewegungsarmut und Übergewicht.
Durch den gestörten Blutfluss kommt es zu den typischen Symptomen wie Schwellneigung, insbesondere der Beine, Spannungsgefühl und das Gefühl der schweren Beine.
Welche Form der Therapie empfohlen wird, hat etwas damit zu tun, ob die tiefen Venen erkrankt sind ( Leitveneninsuffizienz ) oder die oberflächigen Venen schließunfähige Venenklappen besitzen und dadurch Krampfadern entstanden sind.
Hier ist eine genaue Diagnostik essentiell. Je nach vorliegendem Befund wird man eine reine Kompressionstherapie, eine Entstauungssbehandlung, eine Verödung oder eine operative Entfernung der Krampfadern empfehlen. Häufig ist auch eine Kombination sinnvoll.

Ein Schlaganfall ist die Folge einer Durchblutungsstörungen des Gehirns. Es kommt zu einer permanenten Schädigung des Hirngewebes. Ein Schlaganfall entsteht durch einen Verschluss eines Gefäßes im Gehirn.  Schlaganfälle entstehen aus den  unterschiedlichen Ursachen. Eine Ursache ist z.B. eine Blutung im Gehirn. Ein erhöhter Blutdruck oder eine Hirngefäßfehlbildung ( Aneurysma ) können Ursache hierfür sein. Auch ein Blutgerinnsel aus dem Herzen kann sich lösen und die Hirngefäße verschließen ( Embolie ).
Aber auch durch eine umschriebene Verengung der Halsschlagadern können Hirninfarkte entstehen. Die Untersuchung der Halsschlagader gelingt zuverlässig und schmerzfrei im Ultraschall. Bei hochgradigen Einengungen und drohendem Schlaganfall ist eine Operation empfehlenswert. Bei solch einer Operation wird die Halsschlagader ( Carotis ) im Bereich der Engstelle lokal ausgeschält.

Sind in den allermeisten Fällen die Folge einer Gefäßverkalkung, die Arteriosklerose.
Bei diesem Prozess werden Kalk und Fette in die Wand des Gefäßes eingelagert und es entstehen zunehmend Engstellen. Dadurch erhalten die entsprechenden Körperregionen zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe.
An den Beinen können so Schmerzen beim Laufen entstehen, die sogenannte Schaufensterkrankheit. An den Halsgefäßen können Schlaganfälle resultieren.
Die Arteriosklerose wird durch hohen Blutdruck ( arterielle Hypertonie), Fettstoffwechselstörungen, Zuckerkrankheit ( Diabetes mellitus ) und durch Nikotinkonsum gefördert.
Es gibt als Behandlungsmethoden unterschiedliche Möglichkeiten. Zunächst ist es wichtig, dass Betroffene die Risikofaktoren bestmöglich einstellen. Regelmäßiges intensives und konsequentes Gehtraining steht am Anfang jeder Therapie. Begleitend stehen  entsprechende Medikamente, die die Blutflieseigenschaften verändern, unterstützend zur Verfügung. Wenn die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind kommen weitere Optionen zum Tragen. Da gibt es zunächst die Gefäßaufdehnung mittels Ballondilatation ( PTA ). Dies Therapieform hat die besten Ergebnisse bei kurzstreckigen Verengungen oder Verschlüssen. Manchmal muss das Ergebnis einer solchen Aufweitung auch zusätzlich durch das Einbringen eines Metallgitters ( Stent ) stabilisiert werden zur Verbesserung der Offenheitsrate.  Körperregionen die einer erhöhten Bewegung unterliegen, werden durch eine operative Kalkausschälung und / oder Erweiterungsplastik behandelt. Hierbei muss das betroffene Gefäß freigelegt  werden. Es erfolgt dann eine vorübergehende Ausklemmung des Gefäßes und die lokale Entfernung der Ablagerungen. Langstreckige Veränderungen können durch die operative Anlage von Bypässen überbrückt werden. Hier finden körpereigene Venen und auch Kunststoffbypässe ihre Anwendung. Welche Behandlungsart im Einzelfall zu empfehlen ist hängt von zahlreichen Einzelfaktoren ab und ist grundsätzlich für jeden Patienten eine individuelle Einzelfallentscheidung.
Wie lange eine jede Therapie einen stabilen Erfolg bedingt, hängt aber auch im wesentlichen davon ab, wie konsequent der Patient die Risikofaktoren minimiert. Denn jede Therapieform behandelt nur die lokalen Probleme, nicht das Fortschreiten der Gefäßverkalkung.

Der diabetische Fuß ist eine Folgeerkrankung der Zuckerkrankheit ( Diabetes mellitus ). Bei der Erkrankung ist durch einen Insulinmangel der Stoffwechsel erheblich gestört. Es kommt zur Schädigung der kleineren versorgenden Gefäße und insbesondere der Gefäße, die die peripheren Nerven mit Nährstoffen versorgen. Bei einer Verengung der Blutgefäße sprechen Mediziner von der peripheren Arteriopathie. Die Schädigung der Nerven wird diabetische Neuropathie genannt.
Bei der Arteriopathie können Durchblutungsstörungen der Füße auftreten und das Gewebe wird unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bei einer Beeinträchtigung der Nerven können Schmerzen nicht mehr bewusst wahrgenommen werden. Wenn dadurch z.B. kleinere Bagatellverletzungen ( beim Nagelschneiden ) nicht entsprechend gefühlt werden können und dann eine Minderversorgung des Gewebes besteht, können schnell fortschreitende Entzündungen die Folge sein. Teilweise bis zum Untergang von Gewebe. Noch immer werden mehr als 30 000 Amputationen in Deutschland jährlich durchgeführt. Aber soweit muss es nicht immer kommen. Tragen Sie entsprechendes Schuhwerk. Achten Sie als Diabetiker auf eine gute Fußpflege und auf kleinere Verletzungen.

Charles de Gaulle, Thomas Mann und auch Albert Einstein sind durch ein Einreissen der Bauchschlagader gestorben. Grund bei allen war ein Bauchaortenaneurysma. Das ist eine deutliche erweiterte Bauchschlagader. Prinzipiell können solche Erweiterungen überall im Körper auftreten, auch in der Brustschlagader, in den Kniekehlenarterien, den Hirngefäßen und den Eingeweidearterien. Das größte Risiko ist das plötzliche Einreissen des Gefäßes und durch große Blutverluste besteht akute Lebensgefahr. Fünf von hundert Männer über 65 Jahre haben eine krankhafte Erweiterung der Schlagader. Eine erbliche Veranlagung ist bekannt und bei Arteriosklerosepatienten ist die Erkrankung gehäuft. Aktive Raucher sind häufiger betroffen und das Fortschreiten der Erkrankung ist nachweislich beschleunigt.
Ein Aneurysma lässt sich durch eine Ultraschalluntersuchung leicht und schmerzfrei feststellen. Kleinere Erweiterungen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Ab einem Größendurchmesser von etwa 5 cm steigt das Risiko für ein Einreissen des Gefäßes deutlich. Dann ist eine präventive Operation zu empfehlen.